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Fundamentale Analyse

Wirtschaftsindikatoren

BIP (Bruttoinlandsprodukt) – misst die Summe alle produzierten Waren und Dienstleistungen, welche in dem betreffenden Land hergestellt werden. Die gesamte Wirtschaftsaktivität wird hierbei einbezogen ohne zu berücksichtigen aus welchem Land der Eigentümer des Produktionsfaktors kommt. Das Niveau des BIP kann in aktuellen Preisen, dem Marktwert der Produktionsgüter oder in statischen Preisen gemessen werden, was eine Schätzung hinsichtlich der Wachstumsrate ermöglicht.

Die Finanzmärkte analysieren daher die Veränderungen der quartalsweise bekanntgegebenen Daten mit Sorgfalt. Eine höhere Wachstumsrate kann zu einer Stärkung der heimischen Währung auf den internationalen Märkten führen.

CPI (Konsumentenpreis-Index) – spiegelt die Entwicklung der Konsumgüterpreise bereinigt um einen saisonalen Faktor wieder. Investoren tendieren dazu, Währungen mit steigender Inflation zu vermeiden. Ein steigender CPI Index führt zu steigenden Zinssätzen und im Gegenzug zu sinkenden Anleihepreisen. Panik unter ausländischen Investoren, welche die Anleihen aus Angst vor steigenden Zinsen verkaufen, kann zu einer Schwächung der Währung führen.

PPI (Erzeugerpreis-Index) – Stellt die Entwicklung der Preisänderungen bei industriellen und landwirtschaftlichen Gütern dar. Finanzmärkte verfolgen oftmals die Entwicklung der Preise von fertigen Gütern, welche monatlich veröffentlicht werden. Eine Ergebnis steigender saisonaler Lebensmittel- und Energiepreise kann dazu führen, dass der PPI Index öfters höheren Veränderungen unterliegt. Ein starker Anstieg der Produzentenpreise zusammen mit einer hohen Inflation kann einen zu einem negativen Effekt an den Märkten hinsichtlich der Währung eines Landes führen.

Industrieproduktion – spiegelt das Momentum hinsichtlich des Niveaus der zusammengefassten physischen Industrieproduktion wieder. Eine hohe Dynamik signalisiert, dass sich die Wirtschaft eines Landes in einer guten Verfassung befindet, was die heimische Währung positiv beeinflussen kann. Eine geringe Dynamik bei der Industrieproduktion dokumentiert hingegen einen ungesunden Zustand der heimischen Wirtschaft.

Handelsbilanz – vergleicht den Wert der exportierten und importierten Waren und Dienstleistungen. Die Differenz zwischen dem Wert des Exports und den Wert des Imports

eines Landes wird durch die Handelsbilanz dargestellt. Ein positiver Wert stellt den Status der Wirtschaft eines Landes dar. Eine hohe Wettbewerbsfähigkeit kann das Investoreninteresse hinsichtlich der heimischen Währung fördern.

ISM – der ISM Index basiert auf fünf Faktoren: Auftragseingänge, Produktion, Auslieferungen, Lagerbestände und Beschäftigung. Ein Wert von größer als 50 % signalisiert die Weiterentwicklung der Produktion und der gesamte Wirtschaft eines Landes. Ein Wert von 45 bis 50 % signalisiert die Stagnation der Industrieproduktion und ein Wert von unter 40% spiegelt die Stagnation einer gesamten Volkswirtschaft wieder.

Für die Finanzmärkte ist der ISM-Index von höchster Bedeutung, da der Index auch entscheidenden Einfluss auf die Zinspolitik der Federal Reserve haben kann. 

Leistungsbilanz – beinhaltet sämtliche Kapitalflüsse in und aus einem Land. Eine positive Leistungsbilanz spiegelt einen Kapitalzufluss in ein Land wieder. Dies kann die Nachfrage nach einer heimischen Währung steigern.

Arbeitslosenquote – die Rate der Arbeitslosenquote ist einer der wichtigsten Indikatoren, welcher den Zustand einer Volkswirtschaft beschreibt. Die veröffentlichte Quote schließt natürlich freiwillige Arbeitslosigkeit aber auch reale Arbeitslosigkeit mit ein. Diese kann aus einer unpassenden oder unzureichenden Qualifizierung aber auch aus einem Mangel an Nachfrage entstehen. Eine stetig steigende Arbeitslosenquote spiegelt einen schlechten Zustand der wirtschaftlichen Lage eines Landes wieder. Dies kann die Finanzmärkte negativ beeinflussen und zu einer schwächen der heimischen Währung führen.

University of Michigan Consumer Sentiment Index – wird monatlich veröffentlicht und ist ein wichtiger Indikator für die Stimmung unter den Verbrauchern. Die Verbraucherstimmung ist von den Zukunftserwartungen aber auch von der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation abhängig. Die Umfrage wird bei 700 Haushalten durchgeführt. Die Verbraucherausgaben stellen einen entscheidenden Faktor für die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes dar. Positive Indexwerte (über den Erwartungen des Marktes) können die Nachfrage nach US-Dollars beeinflussen.  

IFO Geschäftsklimaindex – wird vom Münchener Institut für Wirtschaftsforschung berechnet und spiegelt die Stimmung bei deutschen Unternehmen wieder. Die Umfrage wird unter 7.000 Gewerbetreibenden erhoben. Die Finanzmärkte sehen den Index als wichtigen Indikator für die Verfassung der deutschen Wirtschaft und der gesamten Eurozone. Ein steigender IFO Index kann eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung signalisieren und zu einem Anstieg des Euros führen.

Aufträge von langlebigen Gütern – misst den Wert der Aufträge für langlebige Güter (Lebensdauer über 3 Jahre). Der Index unterliegt starken Schwankungen und Gegenstand zahlreicher Revisionen. Dennoch hat die Veröffentlichung der Daten einen wichtigen Einfluss auf die Finanzmärkte und kann zu deutlichen Wechselkursveränderungen führen.

Verkäufe neuer Häuser – steht für die Anzahl der zum Verkauf stehenden und verkauften neuen Häuser. Veränderungen bei der Dynamik stellen die Verfassung des US-Häusermarktes dar. Eine hohe Dynamik charakterisiert eine Boomperiode, hingegen charakterisiert eine geringe Dynamik die mögliche Gefahr einer wirtschaftlichen Stagnation.

Hausbaubeginne und Baugenehmigungen – werden monatlich veröffentlicht und repräsentieren die relative Steigerung von Bauinvestitionen und Baugenehmigungen in den USA. Der Index wird durch die Höhe der Hypothekenzinsen beeinflusst. Ein prosperierender Immobilienmarkt spiegelt den Boom einer Wirtschaft wieder.

Conference Board Consumer Confidence – ähnlich wie der Michigan Index. Es gibt Optimismus während einer Boomperiode und Pessimismus während einer Rezession Pessimismus. Ein hohes Vertrauen bei den amerikanischen Verbrauchern signalisiert eine hohe Nachfrage, höheres Einkommen und eine potenzielle Nachfrage für den US-Dollar.

Non-farm Payrolls – reflektiert den Zustand der US-Wirtschaft. Steigende Zahlen bei der Beschäftigung repäsentieren ein steigendes Geschäftsklima, ein steigendes Haushaltseinkommen und steigende langfristige Unternehmenswerte. Hohe Indexwerte können zu einer erhöhten Nachfrage beim US-Dollar führen.